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Wanderung entlang der Gemarkungsgrenzen

Werneck feiert dieses Jahr sein 800-jähriges Jubiläum. Die Idee des Organisationsteams, einmal mit den Bürgerinnen und Bürgern die Grenzen von Werneck abzuwandern, fand großen Anklang. Zum Start erschien Bernhard Meyer, um die 38 Grenzwanderer herzlich zu begrüßen und auf den Grenzgang einzustimmen. Die Gemarkung hat eine Fläche von 408 Hektar, davon 98 Hektar Ackerland, 13 Hektar Wald und den Schlosspark mit 25 Hektar.


Bernhard Meyer ist Feldgeschworener durch und durch: Seit 24 Jahren gehört er den Feldgeschworenen an, deren Obmann er ist. Zu seinem Handwerkszeug gehören GPS-Ortsgerät, Winkeleisenstab, Setzlatte, Senkel (Lot mit Schnur), Hammer, Metermaß, Spaten und Hacken.


Er hat das wohl älteste kommunale Ehrenamt in Bayern: Feldgeschworener oder Siebener. Es wird auf Lebzeiten übertragen, ist seit dem späten Mittelalter belegt und ging aus den früheren Mark- und Feldgerichten hervor, die schon seit Jahrhunderten bestanden und hohes Ansehen genossen.


Seit der Einführung der staatlichen Landvermessung im Jahr 1801 arbeiten die Siebener vertrauensvoll mit den Vermessungsämtern zusammen, vor allem im ländlichen Bereich, wo die modernen Kartierungsmethoden an ihre Grenzen stoßen, in Wäldern beispielsweise. Sie sichern Grenzzeichen und wechseln diese bei Bedarf aus, und sie beschaffen das nötige Material zur Abmarkung.


Die Steine, die heute aus Feldrainen blinzeln, haben meist quadratische Köpfe und sind aus Granit. Vor dem 20. Jahrhundert sahen die Grenzmarkierungen anders aus. Einige Sandsteine gibt es noch. Sie schauen aus dem Boden heraus, bedeutende Buchstaben sind eingemeißelt.


Eine zentrale Bedeutung hat das "Siebenergeheimnis". Die Siebener legten Ton-, Keramik - oder Glasscherben in einer bestimmten Weise unter den Grenzstein. Daran erkennen sie, ob der Stein von einem Schlaumeier verrückt wurde. Seit einigen Jahren wird zusätzlich ein Magnetbolzen zum leichteren Auffinden der Grenzpunkte mit Metalldetektoren eingebracht.


Werneck hat eine Gemarkungsgrenze von acht Kilometern mit Hunderten von Grenzsteinen. Nach zweieinhalb Stunden fand der Schlusshock mit Brotzeit im Feuerwehrhaus statt. Die Wanderung mit Bernhard Meyer war durch die Bank weg ein besonderes Ereignis.



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